EATA-Council 2016

Vor der EATA-Konferenz in Genf fand am 1.-3. Juli 2016 das EATA-Council statt. Die Delegierten der Mitgliedsländer kamen zusammen und berieten wichtige Themen der europäischen TA-Entwicklung. Neben der Arbeit im Council, in dem übergreifende Fragen wie Aufnahme von Organisationen besprochen werden, sind vor allem die Komitees wichtig.

Dabei ist die Arbeit in sechs Komitees verteilt:

  • EC - das Executive Komitees der EATA
  • TDRC - das Theorieentwicklungs- und Forschungskomitee
  • CC - das Kommunikationskomitee
  • ECC - das Komitee für die Unterstützung von TA-Weiterbildung
  • PTSC - das Komitee für die Weiterbildungs- und Prüfungsstandards
  • COC - das Komitee für Prüfungen.

Die föderale Struktur der EATAEATA bringt interessante Herausforderungen mit sich. Die Diskussionen wurden vom Executive Komitee unter Führung von Krispijn Plettenberg gut geleitet, insbesondere unter der Berücksichtigung der Tatsache, dass man es in einer Freiwilligenorganisationen der vielen Sprachen und Kulturen mit einer ganz speziellen Organisationsform zu tun hat. Hinzu kommt, dass die EATA auch von den jeweiligen nationalen Besonderheiten beeinflusst ist. So haben sich in der Transaktionsanalyse sehr unterschiedliche Organisationsformen zur Pflege und Weiterentwicklung der TA gebildet. In Deutschland gibt es beispielsweise eine einheitliche, große TA-OrganisationOrganisation, in Italien acht verschiedene Institute, in Großbritannien mehrere zum Teil auch inhaltlich gesondert definierte Organisation (z.B. Relational TA). Kleine Länder etwa aus Osteuropa bestehen oft nur aus zwanzig bis fünfzig Mitgliedern. Die Länder mit mehreren Organisation müssen sich aber auch auf ein oder zwei Delegierte einigen. Bis dreihundert Mitglieder schickt ein Land einen Delegierten, ab 300 zwei.

Von der Arbeitsweise hat der Dialog und das gegenseitige, wirkliche Wahrnehmen höchste Priorität. Dialogische OrganisationsentwicklungOrganisationsentwicklung (Bushe & Marshak, 2015) gibt hier gute Hinweise.

Für mich als Neuer in diesen Gremien war die Erfahrung etwa folgendermaßen: Bei aufkommenden Fragen bildete sich in mir jeweils eine erste Ansicht und Ideen darüber, wie andere hier denken könnten. Dann allerdings war ich immer überrascht, was noch alles an Gesichtspunkten zu einer Frage auftreten kann. Die Komplexität wird in dieser Phase meist sehr groß. Die dritte Phase besteht dann im gegenseitigen Wahrnehmen, Verstehenwollen, Diskutieren und auch Zeit arbeiten Lassen. Hier ringen Agitation und Kohäsion miteinander, wie Berne es schon beschrieben hatte (Berne, 1979). In einer vierten Phase wird dann eine Entscheidung möglich, die aber nicht unbedingt linear über die Phasen zu konstruieren ist. Entscheidungen sind auf der Ebene auch meistens Kompromisse. Hinzu kommt, dass die EATA sich in zentralen Fragen wie der Ausbildung mit der ITAAITAA abstimmt. Dies macht sehr viel Sinn, weil die TA die einzige Methode ist, die einen weltweiten transparenten und einheitlichen Ausbildungs- und Prüfungsstandard pflegt.

Autor: Günther Mohr

Quellen:

  • Berne, E. (1979): Struktur and Dynamik von Organisationen und Gruppen, München: Kindler.
  • Bushe, G.R. & Marshak, R.J. (eds.)(2015): Dialogic Organization Development (OD), The Theory and Practice of Transformational Change, Oakland, CA: Berrett-Koehler.
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